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  • barbararheden

Kotzen könnte ich


Seit Monaten liegt es mir im Magen und vorhin hätte ich mich beinahe übergeben. Bevor ich das tue und in der Hoffnung, das Gefühl endlich loszuwerden, wenn ich es mir von der Seele schreibe, nutze ich meinen Blog und dich, werte Leserin als Magenwohl.


Es geht um dieses unangenehm drückende Gefühl, das sich immer dann wieder meldet, sobald ich LinkedIn öffne. Es liegt nicht an der Plattform und wozu sie in den meisten Fällen verwendet wird. Im Gegenteil: Ich bin ein großer Fan von Networking, selbst wenn es online stattfindet. Diese niederschwellige Möglichkeit Menschen mit ähnlichen Interessen global zu verbinden ist eine Bereicherung unter den Marketingtools.


Es liegt auch nicht an den Menschen selbst, sondern, ich spucks aus: an den Beschreibungen hinter ihrem Namen. Heute gelesen: Curriculum Developer. Wenn das alles gewesen wäre, dann gut. Du entwickelst Curricula für Studierende. Finde ich einen super wichtigen Job! Aber nein: Da steht eine ganze Schlange an (teils erfundenen?) Begriffen, die aussagen sollen, was du kannst, was du hast und wer du bist.


Über diese Begriffe möchtest du hier auf LinkedIn definiert werden. Glückwunsch aber das interessiert zumindest mich nicht. Ich dachte, wir sind uns inzwischen einig geworden, dass Geschäfte und Geschäftsbeziehungen zwischen Menschen mit echten Eigenschaften geschlossen werden und nicht zwischen Markennamen, Auszeichnungen und Uni-Abschlüssen, geschweige denn Forbes-Platzierungen (ja, auch darüber definieren sich Menschen auf LinkedIn)!?


Natürlich darf ich mich offiziell nicht beschweren, es sind schließlich deine freien 300 Zeichen, die du irgendwie füllen musst.

Witzig, wenn man sich Folgendes vorstellt: Du hast 300 Zeichen Platz, um eine Botschaft im Internet, also sprich an die gesamte Weltbevölkerung, zu verkünden. Ja, du darfst jede Bestätigung, angefangen vom Freischwimmer bis hin zur Scheidungsurkunde da reinpacken.


Aber nur, wenn dir wirklich nichts besseres einfällt.


Es ist reiner Zufall, ich schwöre es, aber bis hierhin sind es doch tatsächlich 300 Wörter gewesen. Naja, immerhin habe ich mir eine Stunde bei meiner Therapeutin gespart und sie musste sich nicht von meinen Minderwertigkeitskomplexen den Tag versauen lassen. Vielleicht ist/kann/hat sie ja auch nur Psychotherapie und ist ansonsten nur der aufmerksamste, geduldigste und mitfühlendste Mensch, den ich kenne!


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